LB 2050 Freigabemessplatz

Der Freigabemessplatz LB 2050 ist speziell für Freigabemessungen entwickelt worden, die gemäß der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) von 2001 z.B. für die Entsorgung von geringfügig radioaktivem Abfall erforderlich sind.

Für die Freigabe als nicht radioaktive Stoffe dürfen nuklidspezifische Freigrenzen (Gesamtaktivität und spezifische Aktivität) nicht überschritten werden. Dazu sind Messungen der Probenaktivität (Bq/g) und der Oberflächenkontamination (Bq/cm²) erforderlich. Der Freigabemessplatz LB 2050 ist für die massebezogene Aktivitätsmessung ausgelegt und kann auch die Oberflächenkontamination messen.

 Freigegebene Gegenstände können als nicht radioaktive Gegenstände behandelt und entsorgt werden. Es gelten jedoch die entsptrechenden Regelungen, falls es sich z.B. um toxische Stoffe handelt. Gegenstände, deren Aktivität die zulässigen Grenzwerte übersteigt, sind als radioaktive Stoffe zu behandeln und entsprechend zu behandeln.

Der Freigabemessplatz LB 2050 gibt die für das jeweilige Nuklid notwendige Lagerzeit an, bis die Radioaktivität des Abfalls so abgeklungen ist, dass die gesetzlichen Freigabegrenzwerte unterschritten werden. Alle Freigabemessungen werden entsprechend den gesetzlichen Richtlinien automatisch dokumentiert.

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Funktionen
  •      6 abgeschmolzene Xenon-Großflächen-Proportionalzählrohre  mit integrierter HV und Vorverstärker
  • Detektoren sind in 4π-Geometrie angeordnet
  • Ca. 150 Liter Messvolumen
  • Allseitige Abschirmung der Messkammer mit 5 mm Blei (optional auch 7 mm)
  • Beladung über Fronttür/Gebindeschieber ergonomisch
  • Integrierte Beladungswaage
  • 2 Kompensationsdetektoren im Falle bei schwankendem Nulleffekt (optional)
  • Bedienung über einen Standard-PC mit Spezialsoftware
  • Einfache Bedienung auch für nicht ausgebildetes Personal (semi-automatischer oder automatischer Modus)
  • Verwaltungsmittel für radioaktives Abfalllager

 

 

 

 

 

 

Details

Für alle in der Nuklearmedizin üblichen Radionuklide werden grundsätzlich die in der Richtlinie 96/29/Euratom neu festgelegten nuklidspezifischen Freigrenzen der Gesamtaktivität und spezifischen Aktivität übernommen.

Der Freigabemessplatz LB 2050 basiert auf der Proportionalzählrohr-Technik der Firma BERTHOLD, die sich durch jahrelangen Betrieb und Test für die Messung dieser Nuklide bewährt hat.

In die Nuklearmedizin werden die Abfälle sehr oft in Plastikgebinden mit 30 Liter bis 60 Liter Inhalt gesammelt und gelagert. Um diese Abfallgebinde repräsentativ messen zu können, ist eine 4 Pi-Anordnung von Detektoren erforderlich. Die Freigabemessplatz LB 2050 Standardversion des Freigabemessplatzes verwendet daher 6 Grossflächen-Proportionalzählrohre mit insgesamt 10 Messkanälen, womit ein Volumen von etwa 150 Liter in 4-Pi erfasst wird. Durch die Aufgliederung der Großflächen-Proportionalzählrohre an den Seitenwänden in jeweils 2 Messkanäle kann einer unterschiedliche Verteilung des Abfalls, besonders bei radioaktiver Flüssigkeit, Rechnung getragen werden.

Über eine Tür und einen Gebindeschieber kann das Abfallgebinde ergonomisch und leicht in die Messkammer eingebracht werden. Die eingebauten Detektoren sind ausgestattet mit einem Schutzgitter gegen eine mögliche mechanische Beschädigung.

Im Boden des Gebindeschiebers ist eine Waagekonstruktion mit ‘Loadcells’ eingebaut, ohne dass die Empfindlichkeit des Bodendetektor eingeschränkt wird. Damit wird ein evtl. Fasssumpf (radioaktive Flüssigkeit) optimal gemessen. Die integrierte Beladungsanzeige gibt das Beladungsgewicht in der Messkammer an und sendet die Daten zur Verrechnung an den PC.

Die Messstation wird standardmäsig mit einer 5 mm starken allseitigen Bleiabschirmung geliefert (optional 7mm). Ist am Aufstellungsort des Freigabemessplatzes mit stark wechselndem Nulleffekt zu rechnen, kann die Messstation auch mit bis zu 2 Hintergrund Kompensationsdetektoren ausgerüstet werden.

Die Bedienung des Messplatzes erfolgt über einen Standard-PC. Durch den Modus Routinemessung mit vordefinierten Faktoren (Gebindetyp, Nuklid, Kalibrierfaktoren etc.) können die Freigabemessungen auch durch nicht ausgebildetes Personal in eine semi-automatischen Modus durchgeführt werden.

Ein Automatikmodus ermöglicht Messungen, die ohne PC Bedienung auskommt: Be- und Entladen der Messkammer sowie die Bedienung der Start/Stop-Taste an der Messkammer regeln den Messablauf.

Für Radionuklide wie 11C, 18F, 57Co, 90Sr, 99mTc, 111In, 125I oder 131I in typischen Gebinde befüllt mit Abfall geringer Dichte werden Nachweisgrenzen unter 0,2 Bq/g innerhalb weniger Minuten erreicht.  

Das Software-Programm bietet neben die Bedienfunktionen für den Messplatz, auch die Verwaltungsmittel für ein radioaktives Abfallager gemäss den Strahlenschutzrichtlinien.

Spezifikationen
Technische Daten
MesskammerEdelstahlgehäuse, fahrbar, mit Fronttür und Gebindeschieber für ergonomische Beladung 
Front PanelEinfache Bedienung über START/STOP Taste 
Eindeutige und klare Zustandsanzeige über rote, grüne, gelbe oder blaue Lampen

Detektoren                 

  

β und γ Erkennung mittels 6 Xenon-Großflächen-Proportionalzählrohre mit integrierter HV und Vorverstärker

4 x 2000 cm2 Seitendetektoren
2 x 1000 cm2 Detektoren oben und unten

Optional max. 2 Kompensationsdetektoren bei schwankendem Nulleffekt
SchutzgitterTransparenz 80 %
Abschirmung

Allseitige Abschirmung der Messkammer mit 5 mm Blei (optional 7 mm) 

BeladungswaageIntegrierte Bodenwaage bis max. 100 kg

Abmessungen

Außen

577 x 800 x 1100 mm3 (B x T x H) inkl. Räder
Innenvolumen477 x 477 x 650 mm3 (B x T x H) oder 147,9 Liter

Gewicht                    

ca. 207 kg mit 5 mm Bleiabschirmung
ca. 240 kg mit 7 mm Bleiabschirmung

Softwarefunktionen

 

Benutzerverwaltung
Benutzeranmeldung (Passwort)
Parametrierung
Verwaltung Referenzquellen
Kalibrierung (durch besonderes Passwort geschützt)
Nulleffektmessung
Identifikation Gebind/Probe
Nuklidauswahl
Ausfall- und Fehlerüberwachung
Freigabemessung
Protokollierung
Ausdruck Etikettendrucker
Datenbank (Speicherung, Sortierung, Filterung, Bilanzierung)

 

Anwendungen

Sein Einsatzgebiet ist überall dort, wo Kontaminationen durch radioaktive Abfall-Stoffe auftreten und weitergegeben bzw. entsorgt werden:

  • Nuklearmedizin
  • Labore
  • Forschungseinrichtungen
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Broschüre
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LB 2050 de PDF 92.73 KB
Presse & Medien
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LB 2050 de PDF 308.66 KB