XIP: Prozessicherheit trotz Fremdstrahlung

In vielen Industrieanlagen werden Schweißnähte von Rohrleitungen und Behältern regelmäßig mithilfe von Röntgen- oder Gammastrahlen auf ihre Integrität getestet. Die dabei abgegebene Strahlung ist im Stande radiometrische Messungen selbst aus großer Entfernung (bis zu 1,5 km) zu verfälschen. Die Folgen können gravierend sein:

✦ Fehlerhafte Prozesssteuerung
Messwertabweichungen führen zu unnötigen Materialzugaben oder einer falschen Regelung.

✦ Produktionsausfälle
Bei kritischen Prozessen droht eine automatische Abschaltung.

✦ Umweltbelastungen
Notentlastungen können umweltbelastende Stoffe in die Umwelt freigeben.

✦ Kostensteigerung
Manuelle Überwachung, Reinigungsarbeiten oder sogar der Austausch von Anlagenteilen sind mögliche Konsequenzen.

Grafik: Fremdstrahlung trifft auf das Messsystem

Warum herkömmliche Schutzmaßnahmen nicht ausreichen

Zusätzliche Abschirmungen aus Blei können Hintergrundstrahlung reduzieren, bieten aber keinen ausreichenden Schutz vor Fremdstrahlung. Die Auswirkungen von Schweißnahtprüfungen können aus beliebigen Winkeln und Entfernungen auf die Messung einwirken – eine vollständige Abschirmung ist praktisch unmöglich. Zudem sind solche Lösungen teuer, schwer und wartungsintensiv.

Die Lösung: 

XIP-Funktion für radiometrische Messungen

X-Ray Interference Protection (XIP) erkennt Fremdstrahlung automatisch und fixiert den letzten korrekten Prozesswert für die Dauer der Schweißnahtprüfung. Dadurch bleibt Ihre Messung unverfälscht, und der Prozess läuft sicher weiter. Zusätzlich kann der XIP-Status über einen Schaltausgang weitergeleitet werden.

✦ Maximale Prozesssicherheit: Vermeidung von falschen Regelungen oder nicht erforderlichen Abschaltungen.

✦ Hohe Produktqualität: Prävention von Über- oder Unterfüllungen.

✦ Kosteneinsparungen:  Weniger Produktionsausfälle und manuelle Eingriffe sowie Optimierung des Einsatzes von Prozesszugabemitteln.

✦ Umweltschutz: Minimierung von Notentlastungen und daraus hervorgehenden Emissionen

Wie funktioniert XIP?

Die Funktion überwacht die Zählrate des Messsystems und erkennt Fremdstrahlung anhand zweier Kriterien:

  • Faktor-Kriterium: Überschreitet die Zählrate einen definierten Grenzwert, wird der berechnete Prozesswert fixiert, bis das Fremdstrahlungsereignis endet.
  • Sigma-Kriterium: : Erkennt auch schwache oder entfernte Fremdstrahlungsereignisse („Soft-NDT-Events“) mittels einer statistischen Analyse der Zählratenabweichung.

Beide Mechanismen können individuell eingestellt werden, um sich optimal an Ihren Prozess anzupassen.

Fazit

Mithilfe von XIP bleiben Ihre radiometrischen Messungen zuverlässig – selbst bei regelmäßigen Schweißnahtprüfungen. Das bedeutet konkret: weniger Ausfälle, geringere Kosten, sowie eine gesteigerte Betriebssicherheit und ökologische Integrität.

Whitepaper “Fremdstrahlungsunterdrückung XIP”

Berthold veröffentlicht das Whitepaper “Fremdstrahlungsunterdrückung XIP – Umgang mit Störstrahlung bei radiometrischen Füllstandsmessungen”, in dem die häufigste Ursache für Fremdstrahlung beschrieben wird und die Auswirkungen auf radiometrischen Messungen (Nuklearmessungen) erläutert werden. In dem Artikel wird erklärt, wie Berthold mit seinem technisch ausgereiften RID-Features (Radiation Interference Discrimination) Anlagenbetreibern dabei hilft, eine zuverlässige und wiederholbare Messung aufrechtzuerhalten.

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